FAQ

Frage: Gibt es eine Möglichkeit auch nach der »Urinale 2015« meinen Urin auf Glyphosat untersuchen zu lassen?

Antwort: Unabhängig von der Aktion »Urinale 2015« und der statistischen Datenerhebung haben wir uns dafür entschieden, Menschen, die ihren Urin auf Glyphosatrückstände untersuchen lassen möchten, dies zu erleichtern. Auf der Seite der Kampagne kann daher weiterhin ein Urinprobenset bei uns bestellt werden, welches den Fragebogen vom Labor sowie ein Röhrchen für die Probe enthält. Es ist an dasselbe Labor, mit dem wir im Rahmen der »Urinale 2015« kooperieren, adressiert. Wir freuen uns nach wie vor über eine Spende für unseren Service. Die Kosten für die Analyse werden Ihnen direkt vom Labor in Rechnung gestellt. Für den Monat März 2016 gilt noch der vergünstigte Aktionspreis (53,55€ inkl. MWSt.). Dies wird sich ab April ändern. Auf unserer Bestellseite werden Sie dann den neuen Preis erfahren.

 

Frage: In meinem Urin wurden Rückstände von Glyphosat gefunden. Was fange ich mit dem Messwert an?

Antwort: 1. Der vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) festgelegte Grenzwert für Rückstände von Ackergiften generell – und damit auch von Glyphosat im besonderen – im Trinkwasser beträgt 0,1 ng/ml (Nanogramm pro Milliliter). Häufig liest man auch den Wert 0,1 µg/l (Mikrogramm pro Liter); die beiden Werte entsprechen sich und beziffern denselben Grenzwert.

2. Babynahrung darf derzeit Rückstände von Ackergiften bis zu 10 ng/ml enthalten; dieser Wert liegt um das Hundertfache höher als der Grenzwert für Trinkwasser. Was sich der Gesetzgeber bei diesem Missverhältnis zwischen Trinkwasser- und Babykostbelastung gedacht hat, bleibt rätselhaft.

3. Idealerweise sollte Ihr Urin überhaupt keine Rückstände von Glyphosat aufweisen. Jeder gemessene Rückstand ist ein Beweis für die Tatsache, dass der Staat Ihre körperliche Unversehrtheit nicht schützt. Jedes giftige Molekül in Ihrem Körper ist eines zuviel. Das gilt grundsätzlich für alle Toxine und insbesondere für Glyphosat, dessen Wirkung auf den Menschen erst in jüngster Zeit Gegenstand intensiverer Forschung geworden ist.

4. Untersuchungsergebnisse von menschlichem Urin mit Werten unter 1 ng/ml können derzeit mangels eindeutiger Studien nur mit Vorbehalt als wenig besorgniserregend eingestuft werden. Es gibt zwar eine Studie, die die Dauerbelastung von Glyphosat mit einem 100.000-fach niedrigeren (!) Wert bereits als gesundheitsgefährdend erkennt. Andererseits liegen die Werte der Daten, die der WHO zu ihrer Einstufung von Glyphosat als „wahrscheinlich krebserzeugend beim Menschen“ gedient haben, in einem höheren Bereich, so dass es einstweilen Ihrem eigenen Gefühl überlassen bleiben muss, wie Sie mit einem Befund von Glyphosatrückständen zwischen 0,01 und 0,99 ng/ml in Ihrem Urin umgehen.

5. Untersuchungsergebnisse von menschlichem Urin mit Werten über 1 ng/ml (nochmals zum Vergleich: der Grenzwert für Trinkwasser liegt um das Zehnfache niedriger bei 0,1 ng/ml) schlagen wir folgendes Prozedere vor: Falls Sie seit längerer Zeit unter sogenannten unspezifischen Symptomen leiden – z.B. unerklärliche Müdigkeit, Kopfschmerz, Infektionsanfälligkeit, Atem- oder Herzbeschwerden, Hautprobleme etc. – und den Verdacht haben, dies könne mit Ihrer Glyphosatbelastung zusammenhängen, fragen Sie Ihre/n Hausärztin/-arzt, ob sich Ihre Beschwerden auf die gemessene Glyphosatbelastung zurückführen lassen. Höchstwahrscheinlich kann Ihr/e Hausarzt/-ärztin diese Frage nicht sicher beantworten. Sollte Ihr/e Arzt/Ärztin abwiegeln, weisen Sie sie/ihn auf die Petition »Ärzte gegen Glyphosat« hin, die bereits von 6000 Medizinerinnen und Medizinern in Deutschland unterzeichnet wurde. Bitten Sie sie/ihn sodann, den Sachverhalt vom staatlichen Gesundheitsamt prüfen zu lassen. Bleiben Sie dran, und fragen Sie nach, was das Gesundheitsamt unternommen hat. Dieses wird sich schließlich an das Bundesinstitut für Risikobewertung BfR wenden – womit sich der Kreis schließt, denn diese Behörde ist für die Zulassung von Glyphosat mitverantwortlich. Damit ist Ihrer Gesundheit zwar noch nicht geholfen, aber Ihr Fall ist bei derjenigen Stelle gelandet, die als erste etwas dafür tun kann und sollte: nämlich die Anwendung von Glyphosat verbieten!

6. Eine Studie aus Schweden stützt die Vermutung, dass die Umstellung der Ernährung von konventioneller auf biologische Kost die Belastung mit Glyphosat schon in relativ kurzer Zeit signifikant reduzieren kann. Unsere Empfehlung kann daher zum gegenwärtigen Zeitpunkt nur lauten: Essen Sie nach Möglichkeit keine konventionell erzeugten Lebensmittel, sondern Biokost; wählen Sie möglichst frische Lebensmittel, am besten direkt aus dem Garten oder aus Ihrem Naturkostladen regionale Erzeugnisse und so gut wie naturbelassene Produkte – eben das, was der gesunde Menschenverstand als „lebendig“ bezeichnet.

7. Engagieren Sie sich für eine enkeltaugliche Landwirtschaft!

Wir bemühen uns, auf unseren Blogseiten www.urinale.org und www.ackergifte-nein-danke.de alle uns zugänglichen konkreten Erkenntnisse zur Frage der Gesundheitsgefährdung, die in den nächsten Monaten veröffentlicht werden, wiederzugeben. Besuchen Sie daher unsere Webseiten in der nächsten Zeit immer wieder, um auf dem Laufenden zu bleiben.

 

Frage: Ich ernähre mich bewusst und nehme überwiegend biologisch angebaute Lebensmittel zu mir. Verfälsche ich mit meiner Probe das Ergebnis der Glyphosat-Datensammlung der Urinale 2015?

Antwort: Nein. Dem Testset liegt ein kurzer Fragebogen bei, der u.a. nach Ernährungsgewohnheiten, Geschlecht oder Krankheiten fragt. Der ermittelte Glyphosat-Wert wird bei der – anonymisierten! –Auswertung in Beziehung zu den diesbezüglichen Angaben der Probandinnen und Probanden gesetzt.

 

Frage: Beim Abkochen der Urinprobe ist mir fast der vollständige Urin verdampft. Was mache ich falsch?

Antwort: Sie dürfen die Probe nicht mitkochen! Bitte geben Sie das gut verschlossene Röhrchen (befüllt bis zur Hälfte mit morgendlichem Mittelstrahlurin) in ein Gefäß. Übergießen Sie es vollständig mit kochendem Wasser und lassen Sie es für 10 Minuten im auskühlenden Wasser stehen. So wird der Versand von infektiösem Material ausgeschlossen und der Urin für die Untersuchung haltbar gemacht. Verwenden Sie dann für den Versand die mitgelieferte adressierte Versandtasche.

 

Frage: Bedeutet »freigestellte veterinärmedizinische Probe«, dass ich den Umschlag für die Post nicht mehr frankieren muss?

Antwort: Nein, der Umschlag mit der Urinprobe und dem ausgefüllten Fragebogen muss noch von Ihnen ausreichend frankiert werden. Wenn Sie den Umschlag nicht verkleben, sondern lediglich mit einer Klammer verschließen, läuft die Sendung unter »Warensendung« an das Labor und kostet Sie 0,90€ Portogebühr. Wir empfehlen jedoch, den Umschlag zu verkleben, damit die Probe nicht herausfallen kann. Dann kostet die Sendung 2,40€.

 

Frage: Wer fertigt die Studie an?

Antwort: Tatsächlich ist es keine Studie, die aus den Urinale-Daten hervorgeht, sondern zunächst eine quantitative Erhebung von Daten zur Glyphosat-Belastung in einem repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung Deutschlands. Die statistische Auswertung wird im ersten Quartal 2016 im veterinärmedizinischen Labor BioCheck in Leipzig von einer wissenschaftlichen Fachkraft vorgenommen werden.

Abhängig von der weiteren Entwicklung des Zulassungsverfahrens könnte danach eine detaillierte Studie entworfen werden, die möglicherweise erkennbare Trends aus der Datenerhebung exakt untersucht und unter anderem Rückschlüsse auf die Frage zulässt, auf welchem Weg es zur Anreicherung von Glyphosat im menschlichen Körper kommt – ein Tatbestand, den die Industrie bestreitet.

 

Frage: Mit welchem Verfahren wird die Urin-Untersuchung vorgenommen?

Antwort: Zur Analyse der Urinprobe wird der sogenannte ELISA-Test (ein enzymgekoppelter Immunabsorptionstest) verwendet. Dabei zeigt eine Reaktion von Antikörpern das Vorhandensein eines bestimmten Stoffs an. Der Test hat sich in der Praxis des untersuchenden Labors als sehr zuverlässig erwiesen. Das untersuchende Labor lässt Stichproben von anderen Laboren mit anderen Verfahren gegenprüfen, um die Gefahr von falsch-positiven Ergebnissen zu minimieren.

 

Frage: Mir geht es gar nicht so sehr darum, meinen persönlichen Glyphosat-Wert zu erfahren; ich möchte mit meiner Urinale-Teilnahme in erster Linie den politischen Druck auf die Verantwortlichen erhöhen! Ist es sinnvoll, weitere (kostenpflichtige) Proben einzuschicken, wenn die für die Studie notwendige Anzahl an Proben bereits vorliegt?

Antwort: Je mehr wissenschaftlich einwandfreie Daten wir am Ende der Urinale vorlegen können, um so höher ist der politische Druck, den wir erzeugen können. Daher gibt es nach oben keine Grenze der Anzahl von untersuchten Urinproben.

Während der Urinale-Veranstaltungen an vielen Orten der Bundesrepublik sind aber auch Proben-Sets erhältlich, die von den Befüllerinnen und Befüllern an den Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt  mit der höflichen Bitte geschickt werden können, den Grad der vermuteten Glyphosat-Belastung zu ermitteln. Das Ministerium für Landwirtschaft und Ernährung ist – wie sein Name sagt – dafür verantwortlich, dass die aus der Landwirtschaft hervorgehenden Belastungen unserer Ernährung für Leib und Leben gefahrlos sind. Indem Bürgerinnen und Bürger sich direkt an den Bundeslandwirtschaftsminister wenden, ist zu hoffen, dass ihn dies zu einem Verbot von Glyphosat bewegen kann.

 

Frage: Wie sieht es aus mit dem Datenschutz (Labordaten) aus?

Antwort: Die an das Labor eingesandten Urinproben sind mit einem expliziten Auftrag zur Untersuchung versehen, der vom Labor selbstverständlich wie jeder andere persönliche Auftrag vertraulich bearbeitet wird. Zur statistischen Auswertung der Datensammlung werden nur die anonymisierten Daten herangezogen.

 

Frage: Ich habe meine Werte vom Labor erhalten – samt Rechnung. Der Rechnungsbetrag stimmt aber nicht mit den 45,00 € überein, die ursprünglich angegeben waren

Antwort: Wir bedauern sehr, dass bei der Übermittlung der anstehenden Laborkosten für die Analyse der Urinwerte ein Missverständnis vorgelegen hat. Es handelt sich bei den 45,00 € um den Netto-Betrag der Selbstkosten, die das Labor veranschlagt. Das heißt, dass die Mehrwertsteuer noch dazugerechnet werden muss: Netto 45,00 € zzgl. 19% MWSt. = 53,55 € Endpreis. Wir bitten vielmals um Entschuldigung, falls dies eine unerfreuliche Überraschung für Sie darstellen sollte. Wir hatten diese Information selbst auch nicht erhalten und sind bei den 45,00 € vom Brutto-Endpreis ausgegangen. Inzwischen haben wir die Preisinformation an allen relevanten Stellen korrigiert.